Konzept

Von der Hausaufgabenbetreuung über die Nachhilfe zum Förderunterricht

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund brauchen Hilfe, um die Anforderungen der Schule im Hinblick auf Hausaufgaben und das Nacharbeiten des Gelernten zu bewältigen. Da die Eltern trotz hoher Bildungsorientierung in vielen Fällen diese Unterstützung nicht leisten können, sind Migrantenorganisationen, darunter auch die Moscheegemeinden, dazu übergegangen, Hausaufgabenhilfe anzubieten.

Das Projekt PARTIMO geht einen Schritt weiter: Es hat die Hausaufgabenhilfe mit Hilfe von WissenschaftlerInnen der Universität Duisburg-Essen zum Förderunterricht weiterentwickelt. Der Förderunterricht:

  • setzt beim Kenntnisstand unter Ermittlung der Wissenslücken des Schülers- oder der Schülerin an und aktiviert die Begabungsreserven;
  • ist auf eine langfristige Förderung ausgerichtet, nicht auf kurzfristige Bewältigung der Hausaufgaben oder auf das Lernen für die nächste Klassenarbeit;
  • verbindet (deutsch)sprachiges Lernen und fachliches Lernen;
  • erweitert die Rolle des Förderlehrers und der Förderlehrerin um den Aspekt der Bildungsberatung.

Der Wechsel von der Hausaufgabenhilfe zum Förderunterricht wird unterstützt durch eine Qualifizierung des Förderpersonals und die Zurverfügungstellung von Materialien für die Förderung. Die Weiterbildung des Personals hat Schwerpunkte in der Vermittlung des Ansatzes von Förderunterricht, in der Verbindung von sprachlichem und fachlichem Lernen, in der Darstellung der Bedeutung fachsprachlicher Texte und der Heranführung an fachsprachliche, mündliche Kommunikation und fachsprachliches Schreiben. Es wird vermittelt, warum manche Schüler und Schülerinnen trotz guter umgangssprachlicher Deutschkenntnisse im Umgang mit Fachtexten scheitern und wie sich die fachsprachlichen Kompetenzen im Deutschen in Wort und Schrift verbessern lassen. Ein Materialpaket für den Förderunterricht wurde zur Verfügung gestellt und wird in den Förderstunden eingesetzt.